Ohh du windige Niederlande

Nach einer kühlen Nacht mit 5°C am Kiessee, ging es schnell wieder auf den Drahtesel. Nun hieß es warm werden. Die Sonne half uns dabei zum Glück:-) Es ging entlang an grünen Wiesen, Dämmen und unzähligen Schafen. Die Stadt die wir ansteuerten heißt Groningen und die Freude auf einen warmen Kaffee war riesig. Vorbei an einigen Coffeeshops in ein richtiges Cafe! Leider schauten wir nicht auf den Preis und zahlten direkt 3,90€ für einen sehr kleinen Kaffee, eher einen Espresso. Etwas ernüchtert machten wir uns auf die suche nach einem Geschäft die Gaskartuschen verkaufen, vergeblich! Knappe 10km fuhren wir kreuz und quer durch Groningen bis wir einen Outdoor-Geschäft fanden.

Kaum raus aus der Stadt hatten wir einen spontanen Einfall: Lass uns doch die Nacht durchfahren!!! Okay, Herausforderung angenommen! Also alle Geräte nochmal mit Strom versorgen, kurz versucht ein Nickerchen zu machen und ab in die Nacht.

 

Die ersten zwei Stunden vergingen wie im Flug. Die Kilometer leider recht schleppend. Am Himmel in der Ferne war ein großes gelbes M zu erkennen. An diesem gab es also kein vorbeikommen, um einen Kaffee in normaler Größe zu bekommen. Da nur noch der McDrive offen hatte, gingen wir also durch diesen und bestellten uns zwei Kaffee. Als wir dem jungen Mann am Schalter von unserer Reise berichteten, war dieser sehr begeistert und spendierte uns einen der beiden Kaffee. Welch eine Freude! Die Niederländer sind echt sehr entspannt. Nach dem Kaffee ging es wieder in durch die Nacht.

 

Begleitet von unserem Hörbuch radelten wir so dahin. Vorbei an Seen, knarzenden Windmühlen und unzähligen Bauernhöfen. Wir machten eine kleine Pause um Bilder vom klaren Sternenhimmel zu machen.

Kurz danach fing es dann leider auch sehr stark an zu regnen. Das war so nicht geplant und auch nicht dem Wetterbericht zu entnehmen. Es regnete knappe 2-3h, wir waren irgendwann ziemlich nass. Und als Ninas Knie dann auch noch anfing weh zu tun, beschlossen wir eine Pause vor einem Bäcker zu machen, um die ersten um 8Uhr zu sein die etwas zum essen bekommen. Wir ließen uns auf einer Bank vor dem Bäcker nieder und schliefen sofort ein.

Als wir um kurz vor 8 Uhr wach wurden, kamen bereits die ersten Bewohner des beschaulichem Dorfes an uns vorbei und grüßten freundlich. Nach einem kleinen Frühstückchen beschlossen wir eine abgelegene Bank zu suchen und etwas zu rasten um von dort zum nächsten Zeltplatz zu fahren.

 

Unser Tag auf dem wunderschönen Campingplatz Fugelfrij in Hichtum

 

Autorin: Nina

 

Welch ein Empfang! Wir hatten uns gar nicht angekündigt und ganz spontan beschlossen, diesen Campingplatz aufzusuchen.

Doch wir hatten noch nicht einmal die Einfahrt passiert, da kam uns schon die strahlende Eigentümerin des Platzes entgegen. Eine wunderschöne Frau, deren Herzenslicht nur so funkelte! Sie empfing uns mit einer unglaublichen Herzlichkeit. Fragte direkt nach unseren Namen und stellte sich uns vor. Nach einem kurzen Blick auf Räder und Hunde teilte sie uns direkt mit: I've got a perfect place for you! Good to get some rest!" Exakt das, was wir beide sehr nötig hatten! :D

Sie führte unszu einem wunderschönen Flecken auf einer saftig grünen Wiese, ganz am Rande- umgeben von einem Graben und einer Kuhweide. Einfach phänomenal!

Anschließend zeigte sie mir alles Nötige und den angeschlossenen Hof; sie betreibt den Campingplaz allein, ihr Mann hält Wirtschaftsgeflügel (ich liebe dieses Wort...). Sogar eine Scheune durften wir nutzen. Falls es uns zu kalt/nass würde.

Kurzerhand bekamen wir auc noch einen Glühwein geschenkt....Geht es noch besser?!!! JAAAA: Es gab eine Waschmaschine UND warmes, fließendes Wasser!!!!!!! Ich bin im Himmel!!!!!!!

Nachdem wir uns blitzeblank geduscht, gegessen und den Glühwein genossen hatten, legte wir uns erst einmal schlafen. Für 12 Stunden.

Am folgenden Tag beschlossen wir, noch eine weitere Nacht zu bleiben. Denn mein Knie tat noch immer sehr weh und die voranggangenn Tage hatten uns ganz schön geschlaucht.

Letztendlich mussten wir trotzdem nur eine Nacht bezahlen. Und die Hunde waren kostenlos.

Zum Abschied winkte sie und noch lange nach.

Ein Platz in unseren Herzen ist dir sicher, Familie Ykema!!!!

 

Solltest du in der Gegend sein, dann besuche dieses Stück Paradies!

 

 

 

Nach diesem wundervollem Tag der Ruhe freuten wir uns beide schon wieder in die Pedale zu treten um die Niederlande weiter zu erkunden. Am heutigen Tag war die Überquerung des Abschlussdeiches unser Ziel. Dies ist ein Damm der 32km mitten über die Nordsee geht. Immer geradeaus. Rechts, links Wasser. Und Wind von vorne. Ein langer Tag. Auf der anderen Seite erwartete uns Nordholland. Mal wieder mit super entspannten Niederländern, die sich sehr über unser Vorhaben freuten und unseren Schlafplatz mit uns feierten. Denn wir fanden einen schönen platz direkt am Meer, was gerade weg war(Ebbe). Also direkt an einer Matschpfütze.  

„Welcome to windy Holland“, waren wohl treffende Wort für den heutigen Tag. Der Wind hat stark über die Nacht zugelegt und attackierte uns von vorne. Windstärke 6-7 machte uns sehr zu kämpfen. Weshalb wir abends beschlossen einen Campingplatz anzusteuern, doch dort hieß es nur „No dogs“, also ging es in einen nahegelegenen Wald. Dort hatten wir auch alles was wir brauchten, außer eine Dusche.

 

 

Nach dieser erholsamen Nacht starteten wir früh, um dem Wind etwas aus dem Weg zu gehen. Die Strecke ging durch traumhafte Nationalparks in denen Pferde und Schottische Hochlandrinder frei herumliefen. Zweitere machten mir etwas Angst als sie neugierig auf unser Mittagessen schauten, Nina hingegen war sehr entspannt. Nach unserem Mittag hatte der Wind wieder aufgefrischt und kam uns wieder entgegen. Wir probierten es also nach 65km wieder mit einem Zeltplatz. Der erste beherbergte allerdings keine Zelte und der zweite war bereits geschlossen. Wir mussten also in einen Park zwischen dem städtischen Golfplatz und der Bahntrasse. Dort pfiff der Wind leider die ganze Nacht gegen unser Zelt und hielt uns vom schlafen ab:-(  

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