Der eiserner Pfad zum Ironman

Tipps zur Unterstützung während der Wettkampfvorbereitung

Autorin: Nina

 

 

Als Robert mir mitteilte, er hätte sich für den Ironman in Hamburg angemeldet (seine erste Langdistanz), musste ich erstmal schlucken. Mir war klar, dass er das schaffen würde. Schließlich hatte er schon einige andere Herausforderungen gemeistert, darunter ein Langstreckenschwimmen über 5km in Neuruppin, ein Ultramarathon (Harzdurchquerung), mit dem Rennrad zum Gardasee fahren....

Für mich war es zu diesem Zeitpunkt aber noch unvorstellbar, eine solche Strecke zu bewältigen.

Ich stöberte in Foren, wie man seinen Partner/Angehörigen während dieser Zeit am besten zur Seite stehen  kann. Und ehrlich gesagt: Ich traf vor allem auf Meinungen die darlegten, dass Menschen die für eine Langdistanz trainieren auf dem puren Egotrip seien, nie Zeit hätten, immer erschöpft wären und sowieso nicht imstande eine Beziehung zu führen. Oooookaaaaaaaaaayyyyyy......Laptop schnell zugeklappt und mental auf harte Zeiten vorbereitet.

Doch es sollte ganz anders kommen.

Eines Tages fragte mich Robert, ob ich mal mit zum Schwimmen kommen wolle. Joa. Warum nicht? Dachte ich mir. Und so paddelte ich unbeholfen durchs Becken, während Robert Gazelle, anmutig wie immer, seine Bahnen schwamm.

Da hatte es mich gepackt: ich wollte auch Kraulschwimmen lernen. Perfekt, dass es in meinem Fitnesstudio ein Schwimmbad gab. Nicht nur das: sogar ein Kraulkurs für Anfänger wurde 2x die Woche angeboten. Und so ging ich beharrlich schwimmen. Es war oft eine Qual. Ich habe gefühlt ewig gebraucht, ehe ich meine Gliedmaßen auch nur halbwegs koordinieren konnte. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir zum ersten Mal bewusst, was es bedeutet 3,8km im offenem Wasser zu schwimmen (ich war damals noch froh, wenn ich 25m schaffte :D).

Wie dem auch sei...laaaange Rede von mir mal wieder und kurzer Sinn:

 

1. Überlege dir, wie viel Unterstützung du geben kannst

 

Sage deinem Angehörigen, wie weit du mitgehen kannst und was dir zu viel wird. Damit er weiß, worauf er sich einstellen kann. Das, was du tust, sollte immer von ganzem Herzen kommen.

 

2. Du machst auch gerne Sport? Dann absolviert Trainingseinheiten gemeinsam!

 

Natürlich geht das nicht immer. Aber gerade im Winter haben wir viel gemeinsam trainiert: Schwimmen, strampeln  auf den Indoorbikes im Fitnessstudio (liebevoll auch als "Höllenräder" bezeichnet. Denn nichts anderes sind sie, wenn man knapp 3 Stunden darauf zubringt). Und so manches Mal, wenn ich merkte, Robert kann Gesellschaft gut gebrauchen, begleitete ich ihn, auch wenn ich eigentlich einen Ruhetag gehabt hätte, oder nur eine kurze Trainingseinheit. So habe ich heute viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Läufe, gemeinsames Leid auf dem Höllenrad und gemeinsames Kraulen (Robert), bzw. planschen (ich).

 

3. Biete ab und zu mal eine Massage an :)

 

Wirklich wohltuend für die strapazierten Beine. Denn die müssen einiges leisten während dieser Zeit. Eine Massage kann wahre Wunder bewirken, wenn die Muskeln verspannt sind.

 

4. Überrasche vielleicht mal mit einer Köstlichkeit

 

Mir ist es sehr wichtig, dass man seinem Körper etwas zurückgibt, wenn man ihn so fordert. Daher achte ich darauf, Gerichte mit viel Obst und Gemüse zuzubereiten. Das ein oder andere Bananenbrot war aber auch dabei- ich will ja nicht dogmatisch sein :D

 

 

5. Höre zu, wenn er mal ein Motivationstief hat

 

Ein Motivationstief wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit mal kommen. Das ist ganz normal. Ich denke, es ist einfach wichtig in diesem Moment jemanden zu haben, dem man sich mitteilen kann. Auch wenn derjenige nicht mit dem perfekten Ratschlag aufwartet. Manchmal hilft auch einfach ein Bananenbrot :D

 

 

Das sind so die Dinge, die ich getan habe, um ihn etwas zu unterstützen. Und ja: er war oft sehr müde. Aber das war in Ordnung für mich. Und es war eine schöne Zeit. Auch wenn es den ein oder anderen Morgen gab, an dem wir um 5 Uhr aufgestanden sind, damit wir um 6 Uhr schwimmen/radfahren/laufen konnten. Und das Laufen oft bei Minusgraden, bei Regen, Schnee und Sturm. Und ich habe innerlich oft geflucht, gehadert und gejammert. Aber ich möchte keine einzige gemeinsame Trainingseinheit missen. Ich bin wahnsinnig stolz auf Robert, dass er den Wettkampf so hervorragend gemeistert hat.

 

Komischerweise ist es für mich gerade noch sehr seltsam, dass dieses Trainingspensum auf einmal nicht mehr da ist. So lange hat Robert sich vorbereitet, so hart trainiert...Unzählige Stunden im Wasser, auf dem Rad und beim Laufen zugebracht. Und auf einmal ist alles weg. Seltsames Gefühl.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0